nachgefragt bei Bürgermeister Alexander Fritz in Ammerndorf

Wenn’s dableibernden däd i mi sehr freia!*

Herr Fritz meint zur dataform: *“Über einen Verbleib des Unternehmens dataform in Ammerndorf würde ich mich sehr freuen.“

Nachgefragt: Wir konnten Herrn Bügermeister Alexander Fritz aus Ammerndorf als Gesprächspartner gewinnen. In Ammerndorf ist aktuell (noch) der Hauptsitz der Firma dataform. In einem Telefonat am 02. Juli 2019 durfte ich Herrn Bürgermeister Fritz aus Ammerndorf ein paar Fragen zum Thema stellen.

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Guten Tag Herr Fritz, danke für Ihre Zeit. Sie sind seit einigen Jahren Bürgermeister des Marktes Ammerndorf. Was fällt Ihnen zum Stichwort dataform in Ammerndorf ein.

Bürgermeister Fritz, Ammerndorf
Die dataform hat sich über die Jahrzehnte in Ammerndorf gut integriert und ist mit Ammerndorf sehr verwachsen. Der geplante Umzug weg von Ammerndorf ist für uns ein Verlust. Aber wir hoffen, dass die dataform zumindest weiterhin in der Region bleibt.

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In Roßtal stellt sich eine Bürgerinitiative gegen das Unternehmen. Sie hoffen auf ein Bleiben der dataform?

Bürgermeister Fritz, Ammerndorf
Die dataform ist seit über 40 Jahren in Ammerndorf. Bereits damals hatten schon einige Ammerndorferinnen und Ammerndorfer dort einen Job, den sie auch sehr gerne ausfüllten.

Blick direkt vom Dach eines Nachbarhauses der dataform. Die Firma liegt nur wenige Meter von Wohnbebauung entfernt. Laut Bürgermeister Alexander Fritz und Anwohnern sind weder Verkehr noch Schall ein Problem – seit über 40 Jahren.

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Viele Roßtaler befürchten eine Verkehrszunahme durch die Neuansiedelung in Buchschwabach. Wie nehmen Sie die dataform im Ort wahr?

Bürgermeister Fritz, Ammerndorf
Wir bekommen nahezu nichts mit. Sicher hat Ammerndorf im Gegensatz zu Buchschwabach keine Bundestraße durch den Ort laufen. Aber bei uns kreuzen sich zwei Staatsstraßen. Seit der Umgehung um Ammerndorf ist es im Ort bei uns ohnehin ruhiger geworden. Der LKW-Verkehr zur dataform ist für den Ort nicht spürbar, obwohl er ein gutes Stück durchs Dorf führt.

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Und wie sieht es mit dem Pendelverkehr durch die vielen Mitarbeiter aus?

Bürgermeister Fritz, Ammerndorf
Auch die Autos der Mitarbeiter der Firma fallen im Ort nicht weiter auf. Die dataform hat fest angelegte Parkplätze. Diese Parkplätze werden bei Veranstaltungen im Ort sogar von auswärtigen Besuchern gern genutzt und entlasten den Kernort.

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Danke für Ihre Antwort. Das heißt, die Sorge vor einem lauten Betrieb ist nicht berechtigt?

Blickrichtung Norden direkt bei der dataform in Ammerndorf. Die Wohnbebauung ist nur unweit entfernt. dataform ist laut Alexander Fritz seit vielen Jahren Auftraggeber für heimische Betriebe und ein konstanter Arbeitgeber.

Bürgermeister Fritz, Ammerndorf
Nein, absolut nicht. Ammerndorf bekommt weder von der Früh- noch von der Spätschicht der dataformler viel mit. Es ist ein leiser Betrieb, der sich, wie bereits gesagt, mit Ammerndorf sehr gut verbunden hat. Wir bedauern es sehr, dass sich die dataform nach einem anderen Standort umsieht.

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Aber warum versuchen Sie dann nicht die dataform am Ort zu halten?

Bürgermeister Fritz, Ammerndorf
Eine schwierige Frage. Nachdem ich mitbekommen habe, dass die Dataform größere Flächen benötigt, habe ich versucht, eine Möglichkeit in Ammerndorf zu finden, die in etwa die Größe des benötigten Raumes umfasst. Aber leider können wir in Ammerndorf die notwendige Fläche nicht bereitstellen. Wir haben großes Interesse, einen guten Arbeitgeber am Ort zu halten. Aber Ammerndorf hat seit Jahren einen Engpass an Bauland. Da ist es schwer, Interessenten am Ort zu halten.

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Macht sich die dataform im Ort anderweitig bemerkbar?

Bürgermeister Fritz, Ammerndorf
Ja. Und zwar über zwei Wege: Zum einen sieht man die dataformler in den Pausen häufig Brotzeit holen. Dies betrifft hauptsächlich unseren Discounter am Ortsrand. Zum anderen braucht die dataform auch immer wieder handwerkliche Unterstützung aus dem Ort und der Region. So ein Betrieb wie die dataform ist wichtig, da weitere Betriebe im Ort davon profitieren können.

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Und trotzdem ist die dataform leise und kaum wahrnehmbar?

Bürgermeister Fritz, Ammerndorf
Ja – wir bekommen im Alltag vom Betrieb der dataform fast gar nichts mit.

Blick von Ammerndorf Richtung Süden im Jahr 2012. Da stand das große Windrad noch gar nicht. Im markierten Kreis soll dataform sein neues zu Hause finden. Nur 7 Kilometer Luftline vom alten Standort entfernt.

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Herr Fritz, wie sehen Sie Roßtal von außen?

Bürgermeister Fritz, Ammerndorf
Roßtal hat drei Bahnhöfe. Diese Bahnhöfe sollten aber nicht nur genutzt werden, die Auspendler abzuholen, sondern machen es eigentlich auch möglich, dass Arbeitskräfte zum Arbeiten in den Ort fahren – ohne Auto. So wäre auch mal was für den Umweltschutz getan. Und die dataform hat auch schon eine Möglichkeit gefunden, wie die Einpendler zum Arbeitsplatz und wieder zurück zum Bahnhof gelangen.
Eine größere Gewerbeansiedelung hätte für Roßtal die Chance, dass mehr Menschen am Ort arbeiten und sich vielleicht auch in der Freizeit am Ort einbringen. Sogar Ammerndorf könnte eventuell von einer größeren Gewerbeansiedelung in umliegenden Orten profitieren. Mir wäre es allerdings lieber, wenn die dataform in Ammerndorf bleiben könnte. Oder ums deutlich zu sagen: Wenn’s dableibernden däd i mi sehr freia!

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Herr Bürgermeister Fritz, vielen Dank für Ihre Zeit.

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Autor: Matthias

Hinter Gedankenmensch versteckt sich Matthias von ZukunftRosstal.de Er ist selbstständiger Unternehmer und befasst sich seit vielen Jahren mit nachhaltigen und wirtschaftlichen Lösungen für die Industrie- und Medizintechnik. Matthias wohnt seit 2014 im Ortsgebiet von Roßtal. Als ehemaliger Ammerndorfer ist es sein Wunsch, Befürworter, Skeptiker und Ablehner an einen Tisch zu bringen.

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